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Rot ist schön! Interview mit der Autorin Rita König über ihr Romandebüt

Veröffentlicht am 13.11.2015

Rot ist schön. Das Romandebüt von Rita König, die ich bei einem Kurs der Bundesakademie Wolfenbüttel kennenlernen durfte, musste ich allein schon deshalb lesen, weil die Protagonistin eine Schwäche für Rothaarige hat. Und ich hatte es in drei Tagen durch …

Rita König erzählt die Geschichte einer Frau, deren Welt als Fünfzehnjährige zerbrach, als die Mutter den Vater und sie verließ und den Bruder mitnahm. Seitdem lässt sie die Suche nach einer heilen Familie nicht mehr los. Die Autorin nimmt ihre Leser mit auf Silkes lange Zugreise nach Holland und lässt sie die Suche nach ihrem Platz im Leben in Rückblenden miterleben. Es ist ein leises Buch, manche Passagen lesen sich wie Traumsequenzen.

Rita KönigRita KönigLiebe Rita, einer meiner Lieblingssätze aus deinem Buch ist folgender: „Sie rannte im Stakkato dieser Sätze, die sich nicht löschen ließen, bis ihre Lunge piekte und die Tränen nicht kommen wollten.“ Wie kommst du auf solche tollen Formulierungen?

Solche Formulierungen (vielen Dank für das Lob!) kommen vor allem dann, wenn ich selbst laufe. Nicht renne, aber mich in der freien Natur bewege, was ich sehr gern tue.

Wie deine Hauptfigur Silke, bist du in der DDR aufgewachsen und hast die Wende hautnah miterlebt. Wie viele von deinen persönlichen Erfahrungen sind in das Buch eingeflossen?

Silke ist wesentlich jünger als ich, aber natürlich gibt es Situationen (vor allem die Friedliche Revolution), die ich selbst im Osten erlebt habe, daraus kann ich als Autorin schöpfen. Ich habe auch viele Orte verwendet, die ich kenne, das gab mir beim Schreiben die nötige Sicherheit, denn alle Figuren und auch die Geschichte selbst sind rein fiktiv. Ich bin glücklicherweise in einer intakten Familie aufgewachsen ;-)

Als Westdeutsche habe ich etliche Ausdrücke entdeckt, die ich entweder nicht kannte, oder sofort mit dem Osten Deutschlands verbinde, was das Buch für mich besonders authentisch macht. Siehst du dich ein stückweit als Chronistin der DDR Geschichte?

Ja. Ich möchte gern beschreiben, wie ein ganz normaler Alltag aussah in einem Land, das es nicht mehr gibt. Ohne Verallgemeinerung, ohne Anspruch auf Vollkommenheit, die es auch gar nicht geben kann. Geschichtsschreibung ist immer subjektiv ...

Besonders gelungen finde ich die Schilderungen des Waldes in den verschiedenen Jahreszeiten, da sprichst du wirklich alle Sinne an. Hast du ein besonderes Verhältnis zur Natur?

Ich bin sehr gern draußen, ich laufe viel, dabei kann ich am besten nachdenken. Etliche Besonderheiten musste ich aber recherchieren, ich bin keine Biologin und auch keine Gärtnerin ;-)

Bist du eher ein Bauchschreiber oder planst du jedes Kapitel vorher genau?

Ich schreibe meine Texte zuerst aus dem Bauch. Natürlich gibt es einen Plot, eine Geschichte, die ich erzählen will, mit einem entsprechenden flachen oder hohen Spannungsbogen. Ich muss die Geschichte aber zuerst "runterschreiben", danach beschäftige ich mich mit den kleineren Spannungsbögen, mit Dialogen, Stil und Figurenzeichnung (Danke an die Seminare in Wolfenbüttel, die mir dabei sehr helfen!)

Hast du bestimmte Schreibrituale, oder kannst du immer und überall schreiben?

Am liebsten schreibe ich im Zug ;-) Gern auch an einem See, auf einer Bank im Grünen oder gleich auf dem Rasen. Der Schreibtisch ist für die Überarbeitungen unerlässlich, dient jedoch selten dem ersten Entwurf.

Welche deiner Romanfiguren ist dir am meisten ans Herz gewachsen?

Eindeutig Silke, aber ich mag auch Heike, Natascha, und natürlich die Vaterfigur.

Wenn du mit einer neuen Idee schwanger gehst, sind dann zuerst die Figuren da oder der Plot?

Zuerst der Plot, die Geschichte, die ich erzählen will.

Du hast lange auf die Veröffentlichung deines Erstlings gewartet. Was würdest du Schreibneulingen mit auf den Weg geben, wenn es darum geht, einen Verlag zu finden?

Geduld, viel Übung, Geduld. Und natürlich Seminare, egal wo, nur gute Dozenten sollten sie geben. Die Bundesakademie und das Autorendock kann ich nur empfehlen.

Verrätst du mir etwas über dein neues Romanprojekt?

Da ich schon eine Weile literarisch schreibe, gibt es mehrere Projekte. Gerade überarbeite ich einen Roman, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird: auktorial, er, sie und ich ... eine neue Herausforderung.

Vielen Dank liebe Rita, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast!

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